ca. 365 Mrd. EUR
GRV-Einnahmen (2023)
Bericht 02 · Zahlungsströme
Wer zahlt. Wer erhält. Wer profitiert.
ca. 365 Mrd. EUR
GRV-Einnahmen (2023)
ca. 364 Mrd. EUR
GRV-Ausgaben (2023)
ca. 107 Mrd. EUR
Bundeszuschuss an die GRV (2023)
ca. 61 Mrd. EUR
Versorgungsausgaben öffentlicher Dienst (2022)
1.406.100
Versorgungsempfänger öffentlicher Dienst
ca. 11,5 %
Rentenausgaben am BIP (2023, EU-Definition)
48,2 %
Rentenniveau (Systemparameter)
10–20 Mrd. EUR / Jahr
Szenario: Mehreinnahmen bei Systemöffnung
Beitragsfinanzierte gesetzliche Rente und haushaltsfinanzierte Beamtenversorgung — institutionell getrennt.
| Aspekt | Gesetzliche Rente | Beamtenversorgung |
|---|---|---|
| Finanzierungskanal | Beitragsumlage (Arbeitnehmer, Arbeitgeber) plus Bundeszuschuss aus dem Haushalt | Direkt aus Haushalten von Bund, Ländern und Kommunen (steuerfinanziert) |
| Einnahme- vs. Ausgabenlogik | Einnahmen und Ausgaben im Jahresausgleich des Versicherungssystems; langfristig demografisch belastet | Ausgaben als laufende Haushaltsposition; Bestand an Versorgungsempfänger treibt Volumen |
| Leistungsmechanismus | Entgeltpunkte, Versicherungsjahre, Rentenwert — umlagefinanzierte Anwartschaften | Ruhegehalt nach beamtenrechtlichen Besoldungsregeln |
Weniger Erwerbsfähige pro Rentnerin und Rentner — das belastet umlagefinanzierte Systeme langfristig.
Die verwendete bpb/DRV-Zeitreihe weist 59,8 % (1977) und 48,2 % (2020) aus.
Skala: 0–100 %
Beobachtung (1991–2023): von 24 auf 38.4. Projektion (Variante 1, G2-L2-W1): 51.3 (2035), 51.7 (2040), 62.6 (2070).
Skala: 0–80
Szenarien modellieren: Systemrechner →
Auf Aggregationsebene finanzieren Beitragszahlerinnen und Beitragszahler sowie Arbeitgeber den Großteil der GRV-Einnahmen; der Bund stabilisiert das System über Zuschüsse. Beamtenversorgung läuft über Haushalte. Verteilungswirkungen zwischen Kohorten und Finanzierungsträgern sind ohne Mikrodaten nur eingeschränkt quantifizierbar.
| Dimension | GRV | Beamtenversorgung |
|---|---|---|
| Finanzierungsträger (jährlich) | Beitragszahler und Arbeitgeber (~zwei Drittel der Einnahmen), Bund über Bundeszuschuss (~107 Mrd. EUR 2023), weitere Einnahmen | Steuerfinanzierte Haushalte: Bund (~17 Mrd. EUR), Länder (~38 Mrd. EUR), Kommunen (~5 Mrd. EUR) — Versorgungsausgaben 2022 |
| Empfängerstruktur (Bestand) | Großer Bestand an Rentenzahlungen in der GRV (Versichertenrenten, aggregiert; DRV Geschäftsbericht) | 1,4 Mio. Versorgungsempfänger öffentlicher Dienst (2024) — Haushaltslast steigt mit Bestand |
| Leistungsniveau (System) | Rentenniveau als Sicherungsparameter (z. B. 48,2 % in der Zeitreihe 2020) — nicht individuelles Einkommen | Ruhegehalt nach Besoldung — kein Entgeltpunktesystem; fiskalische Ausgabenfolge über Haushalte |
| Armuts- und Mindestsicherungsbezug | Armutsgefährdungsquote 65+ (EU-SILC) und Grundsicherung im Alter als ergänzende Aggregatindikatoren | Kein paralleler EU-SILC-Strang; Versorgungsniveau und Haushaltsausgaben sind die vergleichbaren Makrogrößen |
Generationenbilanz (aggregiert): Geburtenstarke Kohorten verlagern den Altenquotienten; jüngere Jahrgänge finanzieren umlagebasierte Systeme bei sinkendem Erwerbspersonenpotenzial. Kohorteneffekte auf Haushaltsebene sind ohne Mikrodaten (z. B. SOEP) nicht auflösbar — nur struktureller Druck auf Finanzierungsträger.
+15 Punkte
Altenquotient 1991 → 2024
Anstieg von 24 auf 39 Personen ab 65 je 100 Personen im Alter 20–64 — strukturell weniger Erwerbsfähige pro potenzieller Rentenbezugsperson (Geburtsjahr-Definition).
ca. 1,58
Geburtenziffer (Ausgangsniveau)
Kinder je Frau — geburtenstarke Jahrgänge der 1955er–1970er treiben den Rentenzugang, geburtenschwächere Folgejahrgänge belasten die Finanzierungsseite.
ca. 39 %
Erwerbsfähige 20–64 über 49 Jahre
Anteil der 20- bis 64-Jährigen, die älter als 49 sind — Indikator für nachlassendes Erwerbspersonenpotenzial bei gleichzeitigem Renteneintritt der Babyboomer.
Makro-Zahlungsströme (Einnahmen, Ausgaben, Zuschüsse) zeigen die Systemgröße — nicht, wie breit ältere Haushalte unterhalb relativer Einkommensschwellen liegen oder staatliche Mindestsicherung in Anspruch nehmen. Für spätere System- und Ländervergleiche (GRV vs. Beamtenversorgung, OECD) braucht es deshalb ergänzend aggregierte Armutsindikatoren mit klarer Definition und Abgrenzung.
19,4 %
Armutsgefährdungsquote 65+
Anteil der Personen ab 65 Jahren unter der EU-Armutsgefährdungsschwelle (60 % des Medianeinkommens der Gesamtbevölkerung). Einkommensbezug: Vorjahr der Erhebung.
ca. 10,1 Mrd. EUR
Ausgaben Grundsicherung im Alter (2023)
Jährliche Sozialhilfeausgaben nach SGB XII für Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung — Indikator für staatliche Ausgleichsleistungen unterhalb der Regelversorgung.
3,9 %
Empfängerquote Grundsicherung im Alter
Anteil der Bevölkerung über der Altersgrenze mit Grundsicherung im Alter (Stichtag Dezember).